Auf die Straße zu den CSD’s!

Das rechte Lager hat in den vergangenen Jahren trans-, queere, und homosexuelle Menschen zum zentralen Feindbild auserkoren und in das Zentrum seiner Mobilisierung gestellt. Von Konservativen bis hin zum faschistischen Lager finden sich im rechten Spektrum unterschiedlichste Strömungen zusammen, um gemeinsam gegen jede Errungenschaft von Selbstbestimmung und Gleichberechtigung vorzugehen – insbesondere gegen all jene, die den patriarchalen Rollenbildern und Zwängen widersprechen.

Schon 2024 gab es in ganz Deutschland überregionale rechte Störaktionen und Angriffe gegen queere Menschen und CSDs. Immer offensiver versucht die extreme Rechte, sich die Straße zu nehmen, und tritt dabei zunehmend selbstbewusst auf. Diese Aktionen dienen nicht nur der Einschüchterung, sondern haben auch eine strategische und verbindende Funktion für das rechte Lager: Insbesondere Jungnazis versuchen darüber Anschluss an organisierte faschistische Strukturen zu finden, Erfahrungen in der politischen Praxis zu sammeln und kollektive Stärke aufzubauen.

Diese Entwicklung setzt sich auch in diesem Jahr ungebremst fort. Die Angriffe in Emden, Braunschweig und beim Straßenfest in Bad Freienwalde verdeutlichen, wie real und akut die Bedrohung ist. Diese Angriffe bleiben nicht ohne Folgen: CSDs werden mit dem Verweis auf „unklare Bedrohungslagen“ oder angeblich „fehlende Sicherheitskonzepte“ durch Städte oder Polizei abgesagt – genau das, was die Rechten bezwecken wollen. Es zeigt sich einmal mehr: Wer gegen Nazis kämpft, kann sich auf Staat und Polizei nicht verlassen.

Gleichzeitig werden CSDs und Pride-Veranstaltungen zunehmend von bürgerlichen Kräften vereinnahmt, entpolitisiert und von Unternehmen in Werbekampagnen verpackt. Was einst ein kämpferischer Ausdruck von Widerstand war, erscheint heute oft nur noch als große Party, die sich gut vermarkten lässt. Der politische Kern geht dabei mehr und mehr verloren.

Doch gerade jetzt braucht es politische, widerständige CSDs. Denn während Teile der Gesellschaft versuchen, Pride-Veranstaltungen systemkonform zu integrieren, verschärfen sich die Angriffe von rechts. Darum müssen wir aktiv werden, uns organisieren und antifaschistischen Selbstschutz aufbauen. Überall dort, wo Nazis auftauchen, müssen wir ihnen entschlossen entgegentreten, ihnen die Straße nehmen und ihnen die Erfolgsmomente streitig machen:

Deshalb, ab auf die Straße zum CSD!

CSD Überlingen – 12.Juli
CSD Konstanz – 20.Juli
Safe the Date – CSD Balingen – 6.September